Veranstaltungen

Mi 10. Juni
Frankfurt am Main
Dominikanerkloster
Ort: Dominikanerkloster
Kurt-Schumacher-Straße 23
60311 Frankfurt am Main

Eintritt: 15 / 10

Tickets

Marcel Beyer und Ensemble Modern
Lesungskonzert zur Eröffnung der Frankfurter Lyriktage

Zwölf Jahre hat Marcel Beyer an seinem jüngst erschienenen Gedichtband „Graphit“ (Suhrkamp 2014) gearbeitet. Entstanden ist ein Grundbuch für eine zeitgemäße Lyrik der Gegenwart, so der Literaturkritiker Michael Braun.

Marcel Beyer treibt die Lyrik nach vorne, in ein dichtes Gewebe an künstlerischen und zeithistorischen Referenzen. Medial versiert, adaptiert er Techniken des Films und der Fotografie, ohne das ästhetische Verfahren eines Gedichts zu riskieren. Das Terrain seiner Gedichte bilden die Extreme des 20. Jahrhunderts („Ich / bin ein Mann, der sich in / alle Zeit verzweigt, ein Mann / der tief in Schützengräben / blickt und nichts vergessen kann …“), die er so eigenwillig verknüpft, dass Ideen- und Bildepiphanien entstehen. Beyer ist ein Wortschöpfer, Versmusiker, Stimmungsbildner und Dingforscher, der dem Gedicht viel zumutet und alles zutraut.

Zu seinen Sujets gehören Dialekt und Landschaft seiner spröden rheinischen Heimat, Dichter wie Georg Trakl und Ezra Pound, und immer wieder die Sprache als Schrift, als Material, als Klang und als System. Gedichte seien, so Beyer, „Erkundungen von Nachbarschaften, nicht diffuser Ausdruck diffuser innerer Befindlichkeit, sondern Wörter, die mit größtmöglicher Klarheit in ein Verhältnis zueinander gesetzt werden“.

Wenn Marcel Beyer seine Gedicht liest, dann sieht man die Finger im Rhythmus der Worte über der Tischplatte tanzen. In der eminenten Musikalität von Beyers Versen und seinem Bekenntnis zur Avantgarde liegen fast natürliche Schnittstellen zur Neuen Musik, die das in Frankfurt beheimatete Ensemble Modern kartiert und virtuos interpretiert.

Auf Initiative der Frankfurter Lyriktage entwickelte Marcel Beyer gemeinsam mit dem Ensemble Modern-Mitglied Hermann Kretzschmar ein Lesungskonzert, das zur Eröffnung der Frankfurter Lyriktage seine Uraufführung erlebt. Für dieses gemeinsame Projekt hat der Lyriker ein Kompendium aus eigenen und ihm wichtigen Gedichten zusammengestellt, das vom Ensemble Modern mit einer Auswahl an musikalischen Werken des 20. und 21. Jahrhunderts verknüpft wird. Marcel Beyer und das Ensemble Modern schaffen so eine Durchdringung von zeitgenössischer Poesie und Musik, wie man sie selten erlebt.

In Kooperation mit dem Ensemble Modern

Marcel Beyer
Marcel Beyer hat als Lyriker begonnen, dann aber mehrere Romane, unter anderem „Flughunde“ (Suhrkamp 1995) und „Kaltenburg“ (Suhrkamp 2008), geschrieben. 2014 erhielt er den Kleist-Preis und den Oskar-Pastior-Preis. Für seinen jüngsten Gedichtband „Graphit“ (Suhrkamp 2014) wurde er 2015 mit dem Literaturpreis der Stadt Bremen ausgezeichnet. Er lebt und arbeitet in Dresden.

Ensemble Modern
Das Ensemble Modern, 1980 gegründet und seit 1985 in Frankfurt am Main beheimatet, ist eines der weltweit führenden Ensembles für Neue Musik. Die programmatische Bandbreite umfasst Musiktheater, Tanz- und Videoprojekte, Kammermusik sowie Ensemble- und Orchesterkonzerte.

Do 11. Juni
Frankfurt am Main
Historische Villa Metzler
Ort: Historische Villa Metzler
Schaumainkai 15
60594 Frankfurt am Main

Eintritt: 8 / 6 Euro

Tickets

Lutz Seiler
Der Dichter Lutz Seiler

Moderation: Lothar Müller

Lutz Seiler, 2014 für seinen Roman „Kruso“ (Suhrkamp) mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet, begann als Dichter und folgt dieser Berufung, die noch seine Prosa grundiert, bis heute. Vier Gedichtbände hat Seiler seit 1995 veröffentlicht und bis zu seinem jüngsten, „im felderlatein“ (Suhrkamp 2010), basiert das Werk auf einem vertikalen wie horizontalen Verweisungsnetz, das ihm eine frappierende ästhetische Geschlossenheit gibt. Das dem Uranbergbau geopferte Dorf seiner Kindheit in Ostthüringen sowie ein unmittelbares, fast schon animistisches Verhältnis zur märkischen Landschaft gehören zu den Konstanten dieses großartigen lyrischen OEuvres. Sprache und Landschaft fließen ineinander und werden zu musikalisch getönten Sprachlandschaften, deren Erkundungen in eine spurlos untergegangene Vergangenheit führen. Seilers poetische Tiefenbohrungen erzeugen einen geheimnisvollen Sog, der nur entsteht, wenn Dinge, Sinne und Bedeutung im Gedicht zu einer eigenen funkelnden Realität werden.

Lutz Seiler
Lutz Seiler lebt in Wilhelmshorst und Stockholm. Sein Werk wurde mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet.

Lothar Müller
Lothar Müller ist Redakteur im Feuilleton der Süddeutschen Zeitung und Honorarprofessor an der Humboldt-Universität zu Berlin

Frankfurt am Main
Blaues Haus
Ort: Blaues Haus
Niederräder Ufer 2
60528 Frankfurt am Main

Eintritt: Eintritt frei

Martina Hefter, Jan Kuhlbrodt und Martin Piekar
Lyrik an der Theke

Martina Hefter, Jan Kuhlbrodt und Martin Piekar loten sich aus und sprechen miteinander und mit dem Publikum über die Prozesse des Schreibens. Wie arbeitet man als Dichter? Und woran arbeitet man eigentlich? Nur am Gedicht? Oder auch an der Performance des Gedichtes? Was fließt aus unserem Leben in Gedichte ein, und wo ist da Frankfurt? Oder eine Theke? Gemütlich sollen Gespräche und Gedichte gemeinsam an der Bar Platz nehmen.

Martina Hefter
Martina Hefter beschäftigt sich mit Projekten, die Text und Bewegung zusammenbringen. Sie ist verheiratet mit Jan Kuhlbrodt, mit dem sie das Performance-Duo Hefter & Kuhlbrodt bildet. Ihr jüngster Gedichtband „Vom Gehen und Stehen. Ein Handbuch“ (kookbooks) erschien 2013.

Jan Kuhlbrodt
Jan Kuhlbrodt lebt als Autor und Herausgeber in Leipzig. Von ihm erschienen mehrere Lyrikbände, zuletzt „Kaiseralbum“ (Verlagshaus J. Frank 2015) mit Illustrationen von Alexandra Sternin.

Martin Piekar
Martin Piekar war 2012 Lyrikpreisträger beim 20. Open Mike. 2014 erschien sein erster Gedichtband „Bastard Echo“ (Verlagshaus J. Frank).

Fr 12. Juni
Frankfurt am Main
Haus am Dom
Ort: Haus am Dom
Domplatz 3
60311 Frankfurt am Main

Eintritt: 10 / 8 Euro

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Nikola Madzirov, Ilma Rakusa und Aleš Šteger
Kreuzungen und Kartierungen

Moderation: Gregor Dotzauer

Zwischen Zentrum und Peripherie des heutigen Europas sind kulturelle Identitäten wie Fragmente, die eigenmächtig ent- und wieder verworfen werden. „Längst gehöre ich niemandem mehr / wie eine Münze, die vom Rand einer alten Ikone gefallen ist“, so dichtet der in Mazedonien lebende Lyriker Nikola Madzirov. Der nicht minder gerühmte Aleš Šteger geht einen Schritt weiter und fügt die Bruchstücke „zu einer eigenen Konstellation, in der die unterschiedlichsten Ideen und Sprachschichten sich gegenseitig in Schwingung versetzen“ so sein Dichterkollege Nico Bleutge über den jungen Slowenen. Ilma Rakusa, Tochter eines slowenischen Vaters und einer ungarischen Mutter, ist das alte Europa ein Sehnsuchtsraum, den sie poetisch kartiert: „Ich lege Erinnerungsfährten, konstruiere Gedächtnisinventare“, schreibt sie in ihrem Band „Mehr Meer“ (Droschl 2009).

Nikola Madzirov
Nikola Madzirov ist als Lyriker, Essayist und Übersetzer tätig.

Ilma Rakusa
Die Schriftstellerin, Übersetzerin und Publizistin Ilma Rakusa setzt sich auch für die Vermittlung osteuropäischer Literaturen ein.

Aleš Šteger
Aleš Šteger veröffentlichte bislang mehrere Lyrik- und Prosabände und übersetzte aus dem Deutschen u. a. Werke von Gottfried Benn und Ingeborg Bachmann.

Gregor Dotzauer
Gregor Dotzauer ist Essayist und Literaturkritiker und lebt in Berlin. Seit 1999 ist er Literaturredakteur des Tagesspiegels.

Wiesbaden
Kurhaus
Ort: Kurhaus
Kurhausplatz 1
65189 Wiesbaden

Eintritt: 20 / 15 Euro (Vorverkauf Wiesbaden Tourist Information, Marktplatz 1, Tel.: 0611 1729930, www. wiesbaden.de)

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Marcel Beyer und Ensemble Modern
Ein Lesungskonzert

Der renommierte Lyriker Marcel Beyer hat gemeinsam mit dem Frankfurter Ensemble Moderne ein Lesungskonzert entwickelt, in dem Gedicht und Musik ihre Nähe erproben. Poetische und musikalische Werke des 20. und 21. Jahrhunderts
werden den Gedichten von Marcel Beyer unterlegt und in einem gemeinsamen Prozess zu einem abendfüllenden Programm komponiert. Wie sich Poesie und Musik auf hohem Niveau nicht nur begegnen, sondern ineinanderwirken, wird man bei diesem einmaligen Experiment erleben.

Marcel Beyer
Marcel Beyer hat als Lyriker begonnen, dann aber mehrere Romane, unter anderem „Flughunde“ (Suhrkamp 1995) und „Kaltenburg“ (Suhrkamp 2008), geschrieben. 2014 erhielt er den Kleist-Preis und den Oskar-Pastior-Preis. Für seinen jüngsten Gedichtband „Graphit“ (Suhrkamp 2014) wurde er 2015 mit dem Literaturpreis der Stadt Bremen ausgezeichnet. Er lebt und arbeitet in Dresden.

Ensemble Modern
Das Ensemble Modern, 1980 gegründet und seit 1985 in Frankfurt am Main beheimatet, ist eines der weltweit führenden Ensembles für Neue Musik. Die programmatische Bandbreite umfasst Musiktheater, Tanz- und Videoprojekte, Kammermusik sowie Ensemble- und Orchesterkonzerte.

Sa 13. Juni
Frankfurt am Main
Städelschule
Ort: Städelschule
Dürerstraße 10
60596 Frankfurt am Main

Eintritt: 10 / 8 Euro

Tickets

Bernd Begemann, Heinz Drügh und Maike Rosa Vogel
Pop / Poesie – Podiumsdiskussion über und mit Musik

Moderation: Jan Wiele

Pop aus Deutschland, und dann auch noch auf Deutsch? Was viele Jahre kaum denkbar war, erscheint heute ganz selbstverständlich. Punk, Neue Deutsche Welle und Hamburger Schule haben dafür gesorgt, dass sich im Pop ein neuer Umgang mit der deutschen Sprache etabliert hat. Doch worüber spricht die zeitgenössische deutschsprachige Popmusik? Wie poetisch sind ihre Texte? Und wie verorten sich Songschreiber zwischen Anspruch und Unterhaltung, Kunst und Kommerz, hoch- kulturellem Erbe und popimmanentem Innovationszwang?

Bernd Begemann
Bernd Begemann gilt als Vater der Hamburger Schule und tourt solo und mit seiner Band „Die Befreiung“.

Heinz Drügh
Heinz Drügh ist Professor für Neuere Deutsche Literatur und Ästhetik an der Goethe-Universität Frankfurt am Main und Mitherausgeber der Zeitschrift „POP – Kultur und Kritik“.

Maike Rosa Vogel
Die Liedermacherin Maike Rosa Vogel ist geboren und aufgewachsen in Frankfurt am Main und kam bereits früh mit der Musik von Franz Josef Degenhardt und Wolf Biermann in Berührung.

Jan Wiele
Jan Wiele ist Redakteur im Feuilleton der F.A.Z. mit den Schwerpunkten Literatur und Popmusik.

Frankfurt am Main
Frankfurter Goethe-Haus
Ort: Frankfurter Goethe-Haus
Großer Hirschgraben 23
60311 Frankfurt am Main

Eintritt: 10 / 8 Euro

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Annette Scherl (Sopran) und Petra Luise Kämpfer (Klavier)
Lyrik und Lied – Richard Strauss, Alban Berg, Hanns Eisler und „die Kunst zu erben“

Im 20. Jahrhundert ist die musikalische Auseinandersetzung mit Lyrik geprägt von Krieg und Verfolgung. Persönliche Erfahrungen und politische Überzeugungen bestimmen die Textauswahl der Komponisten. Die Aneignungsweisen der Gedichte gestalten sich dabei so vielfältig wie die Kompositionen, die zwischen den Polen der absoluten und der funktionalen Musik oszillieren und dennoch der Gattung Lied verpflichtet sind. Im Konzert sind Lieder für eine Singstimme und Klavier von Richard Strauss, Alban Berg („Sieben frühe Lieder“) und Hanns Eisler (aus dem „Hollywooder Liederbuch“) zu hören. Das Spektrum der vertonten Lyrik reicht
von Goethe und Hölderlin über Rilke bis Brecht.

Petra Luise Kämpfer
Petra Luise Kämpfer studierte an der Musikhochschule Lübeck und an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt. 1993 wurde sie mit dem Bad Homburger Förderpreis für Kammermusik ausgezeichnet.

Annette Scherl
Die Sopranistin Annette Scherl singt in Opern und Oratorien und konzertiert mit Liedprogrammen. Daneben ist sie als Lehrerin für klassischen Gesang tätig.

So 14. Juni
Hanau
Historisches Museum Hanau Schloss Philippsruhe
Ort: Historisches Museum Hanau Schloss Philippsruhe
Philippsruher Allee 45
63454 Hanau

Eintritt: 8 / 6 Euro

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Silke Scheuermann
„Gott hat uns mit einem Bausatz beschenkt“

Moderation: Uwe Wittstock

Silke Scheuermanns jüngster Gedichtband „Skizze vom Gras“ (Schöffling 2014), der auf die Liste der Lyrikempfehlungen der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung gelangte, ist bevölkert von ausgestorbenen Tier- und Pflanzenarten. Die Gedichte reflektieren Klimakatastrophen, Artensterben und die Zukunft der menschlichen Gattung. Es sind lyrische Spekulationen, auf deren prinzipielle Offenheit schon der Titel verweist. Als Skizze bezeichnet man gemeinhin einen ersten Entwurf, dem weitere Ausarbeitungen folgen – und so gelangt auch Silke Scheuermanns poetische Kosmologie nicht an einen Endpunkt, sondern stellt einen Raum der Möglichkeiten dar, in dem die beständige Verwandlung der Welt ihr Echo findet.

Silke Scheuermann
Silke Scheuermann lebt als freie Schriftstellerin in Offenbach am Main. Für ihre Gedichte, Erzählungen und Romane erhielt sie zahlreiche Stipendien und Preise. Im Wintersemester 2012 / 2013 hatte sie die Poetikdozentur in Wiesbaden inne.

Uwe Wittstock
Uwe Wittstock ist Literaturchef des Magazins Focus.

Frankfurt am Main
AusstellungsHalle 1 A
Ort: AusstellungsHalle 1 A
Schulstraße 1
60594 Frankfurt am Main

Eintritt: 5 Euro (nur Abendkasse)

Hans Jürgen Balmes, Marcel Beyer und Peer Trilcke
Thomas Kling in memoriam

Thomas Kling ist im Jahr 2005 mit nur 47 Jahren gestorben. Seine Bedeutung als Erneuerer der bundesdeutschen Lyrik ist unbestritten. Sich auf ihn zu beziehen, impliziert das Be-kenntnis zu einer Avantgarde und experimentellen Dichtung, die das Gedicht von der Subjektivität befreit. Insofern war Kling auch ein Provokateur, dem die Sprache Metier, Medium und Material zugleich war. Von Beginn an, so Kling, ging es ihm „um das Hörbarmachen der Texte […] in der Performance, in der actio der Sprache, die ja erstmal überhaupt im Gedicht selbst stattfinden muss“. Thomas Klings Weggefährten Marcel Beyer und Hans Jürgen Balmes erinnern gemeinsam mit dem Kling-Forscher Peer Trilcke an sein Werk. Kürzlich wiederaufgefundenes Archivmaterial mit den legendären Kling-Lesungen wird eingespielt.

Marcel Beyer
Marcel Beyer hat als Lyriker begonnen, dann aber mehrere Romane, unter anderem „Flughunde“ (Suhrkamp 1995) und „Kaltenburg“ (Suhrkamp 2008), geschrieben. 2014 erhielt er den Kleist-Preis und den Oskar-Pastior-Preis. Für seinen jüngsten Gedichtband „Graphit“ (Suhrkamp 2014) wurde er 2015 mit dem Literaturpreis der Stadt Bremen ausgezeichnet. Er lebt und arbeitet in Dresden.

Hans Jürgen Balmes
Hans Jürgen Balmes ist seit 1999 Programmleiter für internationale Literatur im S. Fischer Verlag und Mitherausgeber der „Neuen Rundschau“.

Peer Trilcke
Peer Trilcke ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Göttingen und promovierte über Thomas Kling.

Mo 15. Juni
Frankfurt am Main
Künstlerhaus Mousonturm
Ort: Künstlerhaus Mousonturm
Waldschmidtstraße 4
60316 Frankfurt am Main

Eintritt: 12 / 6 Euro

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Michael Krüger und Jan Wagner
Flohkraut, Melde & Giersch

Moderation: Harry Oberländer

„Was sind das für Zeiten, wo / Ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen ist / Weil es ein Schweigen über so viele Untaten einschließt!“, schrieb Brecht in seinem Gedicht „An die Nachgeborenen“. Die Zeiten haben sich geändert, Mord und Totschlag sind geblieben und wir, die Nachgeborenen, zweifeln daran, dass ein Gespräch über den Zustand der Welt mehr bewirken könnte als ein Denkmal für Mücken oder ein Gedicht über die Genealogie einer Kuh. Wo leben wir denn hier? In irgendeinem „Westfälischen Frieden“, in einer Hölle, die leer ist, weil die Teufel alle woanders sind? Oder in einem Kellerraum, wo einer der Stifter („was bleibet aber?“) das allerletzte Glas mit himmlischem Kompott bereits geklaut hat? Darüber zu reden, kann so ganz unmoralisch nicht sein.

Michael Krüger
Michael Krüger ist seit 2013 Präsident der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Zuletzt erschien sein Gedichtband „Umstellung der Zeit“ (Suhrkamp 2013).

Jan Wagner
Jan Wagner wurde für sein Werk mit zahlreichen Literaturpreisen und Stipendien ausgezeichnet. Für „Regentonnenvariationen“ (Hanser Berlin 2014) erhielt er als erster Lyriker den Preis der Leipziger Buchmesse.

Harry Oberländer
Der Lyriker Harry Oberländer leitet das Hessische Literaturforum im Mousonturm.

Frankfurt am Main
Künstlerhaus Mousonturm
Ort: Künstlerhaus Mousonturm
Waldschmidtstraße 4
60316 Frankfurt am Main

Eintritt: 10 / 8 Euro

Tickets

Wolfgang Buschlinger, Dagobert, Swantje Lichtenstein und Ulrike Almut Sandig
Kitsch und ganz viel Gefühl in der Lyrik und im Schlager (live und vom Band)

Moderation: Carolin Callies und Christina Mohr

Ulrike Almut Sandig und Swantje Lichtenstein, Wolfgang Buschlinger und Dagobert diskutieren, ob und wie man „echtes Gefühl“ in Texte und Musik bringt, wie man beim Schreiben und Musizieren damit umgeht und ob man „Herz“ noch auf „Schmerz“ reimen darf. Und sie fragen: Was ist das eigentlich – Kitsch? Was Kunst, was Trash und was Kommerz?

Wolfgang Buschlinger
Wolfgang Buschlinger lehrt Philosophie an der Justus-Liebig-Universität Gießen.

Dagobert
Vom selbsternannten Schnulzensänger Dagobert erschien 2015 das Album „Afrika“.

Swantje Lichtenstein
Swantje Lichtenstein ist Professorin für Literatur und Ästhetische Praxis an der FH Düsseldorf. Sie veröffentlichte mehrere Gedichtbände, zuletzt „Kommentararten“ (Verlagshaus J. Frank 2015).

Ulrike Almut Sandig
Ulrike Almut Sandig lebt in Leipzig und veröffentlichte Gedicht- und Erzählbände sowie Hörbücher, zuletzt „Buch gegen das Verschwinden“ (Schöffling 2015).

Carolin Callies
Die Lyrikerin Carolin Callies ist Mitglied bei text&beat und veröffentlicht in Zeitschriften und Anthologien. Ihr erster Gedichtband trägt den Titel „fünf sinne & nur ein besteckkasten“ (Schöffling 2015).

Christina Mohr
Christina Mohr ist für einen großen Frankfurter Verlag tätig. Nebenbei rezensiert sie Platten und Bücher für diverse Magazine und Websites.

Di 16. Juni
Frankfurt am Main
Haus der Deutschen Ensemble Akademie
Ort: Haus der Deutschen Ensemble Akademie
Schwedlerstraße 2
60314 Frankfurt am Main

Eintritt: 10 / 8 Euro

Tickets

Avianti Armand, Goenawan Mohamad, Agus Sarjono
Inseln der Poesie – indonesische Lyrik im Aufbruch

Musik: Ensemble Modern
Moderation: Martin Jankowski
Übersetzung: Hiltrud Cordes
Lesung dt. Textpassagen: Birgitta Assheuer

Mit Indonesien wird im Herbst ein Land Ehrengast der Frankfurter Buchmesse, dessen faszinierende Literatur uns weitgehend unbekannt ist. Insbesondere die atemberaubend vielfältige Poesie des riesigen tropischen Äquatorarchipels harrt unserer Entdeckung: Drei der wichtigsten Gegenwartsdichter der drittgrößten Demokratie der Welt (aktuell fast 250 Millionen Einwohner) werden exemplarisch ihre Gedichte (mit deutschen Übertragungen) vorstellen und über Traditionen, Besonderheiten und aktuelle Entwicklungen der indonesischen Dichtung sprechen – poetische Schätze von der anderen Seite der Welt.

Ensemble Modern
Das Ensemble Modern, 1980 gegründet und seit 1985 in Frankfurt am Main beheimatet, ist eines der weltweit führenden Ensembles für Neue Musik. Die programmatische Bandbreite umfasst Musiktheater, Tanz- und Videoprojekte, Kammermusik sowie Ensemble- und Orchesterkonzerte.

Avianti Armand
Avianti Armand ist Dichterin, Architektin und Kuratorin nationaler und internationaler Ausstellungen. Ihr Gedichtband „Perempuan Yang Dihapus Namanya“ (a publication, dt.: „Frauen, deren Namen ausradiert wurden“) erschien 2010 und wurde mit dem Khatulistiwa Literary Award ausgezeichnet.

Goenawan Mohamad
Goenawan Mohamad ist Journalist, Essayist und Dichter. Er gründete die Wochenzeitschrift „Tempo“, eine der einflussreichsten Zeitschriften Indonesiens. Für seine herausragenden Leistungen im Medienbereich erhielt er unter anderem den CPJ International Press Freedom Award.

Agus Sarjono
Agus Sarjono ist Lyriker, Verfasser von Kurzgeschichten und Schauspielen, Literaturkritiker und Literaturübersetzer. Unter dem Titel „Frische Knochen aus Banyuwangi“ erschien eine Sammlung seiner Gedichte in deutscher Übersetzung (Galrev 2002).

Hiltrud Cordes
Hiltrud Cordes ist Ethnologin mit Spezialisierung auf Indonesien und bereist das Land seit 1983. Sie ist als Beraterin für Kultur- und Naturschutzprojekte tätig.

Birgitta Assheuer
Birgitta Assheuer ist Sprecherin in Hörfunk und Fernsehen und lebt in Frankfurt am Main.

Martin Jankowski
Martin Jankowski realisierte zahlreiche deutsch-indonesische Literaturprojekte und lebt als freier Schriftsteller in Berlin. Zuletzt erschien "Indonesien lesen" (Essays, Regiospectra Berlin) und "sasakananas INDONESIEN MATERIAL" (Leipziger Literaturverlag 2015).

Eppstein
Burgvilla
Ort: Burgvilla
Rödelbergweg 1
65817 Eppstein

Eintritt: 8 / 6 Euro

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Jan Wagner
„Jede Wolke ist zwei Wolken“

Den Eingeweihten gilt er schon lange als ein Meister der präzisen Beobachtungen, dessen Gedichte auch mitunter ganz alltäglichen Dingen eine unerwartet lyrische Qualität abringen. Spätestens seit der diesjährigen Leipziger Buchmesse ist Jan Wagner endgültig in aller Munde: Seine gefeierten „Regentonnenvariationen“ (Hanser Berlin 2014) bilden ein hochpoetisches Vademekum der heimischen Vorgärten wie der fernen Wälder, wo der Giersch „schier überall sprießt“ und „verlauste buddhas“ durch die Baumwipfel steigen. „Es sind“, schreibt der Lyriker und Literaturwissenschaftler Heinrich Detering anerkennend, „abermals Gedichte, wie nur Jan Wagner sie schreiben kann. Aber jetzt umfassen sie eine Spannweite der Sujets, der Einfälle und Tonfälle, die diejenige seiner früheren Bände noch übertrifft, und zeigen einen erstaunlichen Dichter auf der Höhe seiner Kunst.“

Jan Wagner
Jan Wagner wurde für sein Werk mit zahlreichen Literaturpreisen und Stipendien ausgezeichnet. Für „Regentonnenvariationen“ (Hanser Berlin 2014) erhielt er als erster Lyriker den Preis der Leipziger Buchmesse.

Mi 17. Juni
Frankfurt am Main
Künstlerhaus Mousonturm
Ort: Künstlerhaus Mousonturm
Waldschmidtstraße 4
60316 Frankfurt am Main

Eintritt: 7 / 4 Euro

Tickets

Christophe Fricker und Joshua Mehigan
„flausch & fiktion“ meets Frankfurter Lyriktage

Moderation: Jan Wilm

Einmal mehr wird es bei „flausch & fiktion“ lyrisch. Diesmal dabei: der New Yorker Dichter Joshua Mehigan, dessen letzter Band „Accepting the Disaster“ (Farrar, Straus and Giroux 2014) u. a. von der „New York Times“ hymnisch gefeiert und zu den besten Büchern des Jahres 2014 ernannt wurde. Begleitet wird er von seinem Übersetzer, dem Lyriker Christophe Fricker, der nicht nur die übersetzten Texte vorstellt, sondern auch eigene Gedichte aus seinem neuen
Buch „Meet Your Party“ (edition AZUR 2014) liest.

Lesung in deutscher und englischer Sprache. 

Christophe Fricker
Christophe Fricker ist Literaturwissenschaftler, Schriftsteller und Übersetzer. „Meet Your Party“ ist sein zweiter Gedichtband.

Joshua Mehigan
Joshua Mehigan studierte Creative Writing in New York und arbeitet als Redakteur und Dozent. Seine Gedichte erschienen u. a. in „The New York Times“, „The New Yorker“ und „The Paris Review“, deutsche Übersetzungen wurden u. a. in „Akzente“ publiziert.

Jan Wilm
Jan Wilm ist Literaturwissenschaftler und lehrt und forscht an der Goethe-Universität Frankfurt am Main.

Frankfurt am Main
Literaturhaus Frankfurt
Ort: Literaturhaus Frankfurt
Schöne Aussicht 2
60311 Frankfurt am Main

Eintritt: 7 /4 Euro

Tickets

Carolin Callies, Tadeusz Dabrowski, Marcus Roloff und Volker Sielaff
Aufzug mit Dame

Einführungen: Michael Braun und Jan Wilm

Die deutsche Gegenwartsliteratur ist am vielfältigsten und am stärksten bei sich in der Lyrik. Heute lesen vier hervorragende Vertreter dieser Vielfalt aus ihren neuen Bänden. Ein international bewunderter Pole, ein Dresdner, der gerade in Marbach mit der Ehrengabe der Deutschen Schillerstiftung geehrt wurde und ein Neubrandenburger, der seit langem in Frankfurt lebt und schreibt. Zu dritt begleiten sie den Debütauftritt von Carolin Callies. Aufzug mit Dame eben. Denn gelesen wird aus dem Lastenaufzug heraus, den wir eigens aus dem Boden fahren lassen.

Carolin Callies
Die Lyrikerin Carolin Callies ist Mitglied bei text&beat und veröffentlicht in Zeitschriften und Anthologien. Ihr erster Gedichtband trägt den Titel „fünf sinne & nur ein besteckkasten“ (Schöffling 2015).

Tadeusz Dabrowski
Tadeusz Dabrowski lebt in Danzig. Er ist künstlerischer Leiter des Festivals „Europäischer Dichter der Freiheit“.

Marcus Roloff
Der Lyriker und Übersetzer Marcus Roloff lebt in Frankfurt am Main. Zuletzt erschien sein Gedichtband „reinzeichnung“ (Wunderhorn 2015).

Volker Sielaff
Volker Sielaff lebt in Dresden. Sein jüngster Gedichtband „Glossar des Prinzen“ (Luxbooks) erschien in diesem Frühjahr.

Jan Wilm
Jan Wilm ist Literaturwissenschaftler und lehrt und forscht an der Goethe-Universität Frankfurt am Main.

Michael Braun
Der Literaturkritiker Michael Braun ist Herausgeber zahlreicher Anthologien zeitgenössischer Lyrik.

Do 18. Juni
Frankfurt am Main
Stadtbücherei Frankfurt
Ort: Stadtbücherei Frankfurt
Hasengasse 4
60311 Frankfurt am Main

Eintritt: Eintritt frei

Nora Gomringer, Léonce W. Lupette, Tristan Marquardt, Martin Piekar und Daniela Seel
Lyrik? Cool! Podiumsdiskussion über neue Formate der Lyrikvermittlung

Moderation: Sonja Vandenrath

Lyrikbände sind ein Nischenprodukt. Doch anstatt zu klagen, haben sich junge Lyriker in Netzwerken organisiert, die weitgehend unabhängig vom etablierten Literaturbetrieb funktionieren. Sie verlegen selbst, generieren Plattforen im Netz und bespielen die Bühnen der urbanen Clubkultur. Ist das ein Weg aus der Nische?

Nora Gomringer
Von Nora Gomringer erschien im Mai 2015 der Gedichtband "Mein Gedicht fragt nicht lange reloaded“ (Voland & Quist).

Léonce W. Lupette
Léonce W. Lupette ist Mitherausgeber der Internet-Literaturzeitschrift
„karawa.net“, 2013 erschien sein Gedichtband „Tablettenzoo“ (Luxbooks).

Tristan Marquardt
Der Dichter Tristan Marquardt ist Mitglied des „Lyrikkollektivs G13“. Sein Debüt „das amortisiert sich nicht“ (Kookbooks) erschien 2013.

Martin Piekar
Martin Piekar war 2012 Lyrikpreisträger beim 20. Open Mike. 2014 erschien sein erster Gedichtband „Bastard Echo“ (Verlagshaus J. Frank).

Daniela Seel
Daniela Seel ist Mitbegründerin des in Berlin ansässigen „Kookbooks“-Verlags und Lyrikerin.

Sonja Vandenrath
Sonja Vandenrath leitet die Frankfurter Lyriktage.

Hofheim am Taunus
Stadtmuseum Hofheim am Taunus
Ort: Stadtmuseum Hofheim am Taunus
Burgstraße 11
65719 Hofheim am Taunus

Eintritt: 8 / 6 Euro

Tickets

Marion Poschmann
„Rorschachmuster schwimmen in der Uferzone“

Moderation: Jan Wilm

Unsichtbares und Unkenntliches sichtbar machen, einen neuen und unerwarteten Blick auf die Welt wagen – Marion Poschmanns Gedichte sind Übungen in Wahr- nehmung und zugleich Reflexionen über das Erkenntnispotenzial von Sprache. In ihrer Poetik der Unschärfe wird die Lyrik zum sensiblen Sensorium, mit dem die Autorin ihre Umwelt behutsam abtastet und zugleich umkrempelt. Die Ränder und Grauzonen, die immer wieder aufscheinen, sind dabei weniger Widerstände als dass sie einen Anreiz bieten, den Dingen lyrisch auf den Grund zu gehen.

Marion Poschmann
Marion Poschmann lebt als freie Schriftstellerin in Berlin, sie schreibt Lyrik und Prosa. Ihr Gedichtband „Geistersehen“ (Suhrkamp 2010) wurde mit dem Peter-Huchel-Preis ausgezeichnet.

Jan Wilm
Jan Wilm ist Literaturwissenschaftler und lehrt und forscht an der Goethe-Universität Frankfurt am Main.

Kronberg im Taunus
Burg Kronberg
Ort: Burg Kronberg
Schlossstraße 10 – 12,
61476 Kronberg im Taunus

Eintritt: 8 / 6 Euro

Tickets

Ulla Hahn (entfällt!)
„Luftwege zwischen Gestern und Heute und Morgen“

ACHTUNG: Die Veranstaltung entfällt!

1981 erschien „Herz über Kopf“ (DVA), der erste Lyrikband der damals noch weitgehend unbekannten Schriftstellerin Ulla Hahn – und wurde dank seiner grazilen Schönheit und sprachlichen Eleganz prompt zu einem sensationellen Publikumserfolg. Es folgten Romane, Erzählungen und viele weitere Gedichte, in denen Ulla Hahn in unnachahmlicher Weise die unterschiedlichsten Facetten der menschlichen Existenz und Gefühlswelt auslotet. Die 2013 erschienene Werkschau „Gesammelte Gedichte“ (DVA) zeigt eindrucksvoll, was die Leserinnen und Leser an Ulla Hahn so schätzen.

Ulla Hahn
Ulla Hahn zählt zu den wichtigsten Lyrikerinnen der Gegenwart und erhielt zahlreiche Preise und Stipendien.

Frankfurt am Main
Romanfabrik
Ort: Romanfabrik
Hanauer Landstraße 186
60314 Frankfurt am Main

Eintritt: 7 / 4 Euro (Kartenvorverkauf unter Telefonnummer 069 49084828 oder www.frankfurtticket.de)

Tickets

Franz Josef Czernin und Michael Braun
Anverwandlungen

Trägt nicht jedes gute Gedicht die Spuren seiner großen Vorläufer in sich? Sind nicht Dante, Goethe und Pound immer eingeschrieben in das, was auf sie folgt? Doch die Fährten zu den Ahnen sind meist verborgen und verlangen nach
aufmerksamen und kundigen Lesern, die sie freilegen. Ganz anders bei Franz Josef Czernins neuestem Gedichtband „zungenenglisch. visionen, varianten“ (Hanser 2014). Seine Gedichte sind Anverwandlungen von Dantes „Commedia“.
Sie wandern durch himmlische und höllische Kreise, beziehen diese aufeinander, lassen sie aufeinander los- und ineinander übergehen. Franz Josef Czernins Gesprächspartner an diesem Abend ist der Anglist, Übersetzer und Lyriker Klaus Reichert. Die beiden sprechen über Inspiration, Variation und Übersetzung
in der Lyrik.

Franz Josef Czernin
Der österreichische Schriftsteller Franz Josef Czernin schreibt Gedichte, Aphorismen und Prosa.

Michael Braun
Der Literaturkritiker Michael Braun ist Herausgeber zahlreicher Anthologien zeitgenössischer Lyrik.

Fr 19. Juni
Frankfurt am Main
Frankfurter Goethe-Haus
Ort: Frankfurter Goethe-Haus
Großer Hirschgraben 23
60311 Frankfurt am Main

Eintritt: 10 / 8 Euro

Tickets

Mara-Daria Cojocaru, Ulrike Draesner und Ulla Hahn
Weibliche Verse

Moderation: Uwe Wittstock

Gibt es ein weibliches Schreiben? Diese Grundfrage einer feministischen Literaturtheorie ist für viele Dichterinnen eine Provokation, unterstellt sie doch eine ästhetische Differenz, die sich aus ihrer Rolle als Frau ableitet. Eine toxische These, die vom Poststrukturalismus und den Gender-Studien gleichsam neutralisiert wurde. Doch ist die Frage nach der weiblichen Stimme im Gedicht wirklich obsolet? Die Diskussion beginnt mit einer Reverenz an die österreichische Dichterin Christine Lavant, die in diesem Jahr ihren 100. Geburtstag gefeiert hätte. Ihre Gedichte sind eine Steilvorlage für die Diskussion eines weiblichen Schreibens.

Mara-Daria Cojocaru
Mara-Daria Cojocaru ist Dozentin für Praktische Philosophie an der Hochschule für Philosophie München und veröffentlichte 2008 den Gedichtband „Näherungsweise“ (Lyrikedition 2000).

Ulrike Draesner
Ulrike Draesner ist promovierte Literaturwissenschaftlerin und lebt als freie Schriftstellerin in Berlin. Sie schreibt Lyrik, Prosa und Essays, zuletzt erschien 2014 der Gedichtband „Subsong“ (Luchterhand).

Ulla Hahn
Ulla Hahn zählt zu den wichtigsten Lyrikerinnen der Gegenwart und erhielt zahlreiche Preise und Stipendien.

Uwe Wittstock
Uwe Wittstock ist Literaturchef des Magazins Focus.

Oberursel
Hospitalkirche Oberursel
Ort: Hospitalkirche Oberursel
Strackgasse 8
61440 Oberursel

Eintritt: 8 / 6 Euro

Tickets

Paulus Böhmer und Olga Martynova
Poetische Begegnung

Moderation: Ruthard Stäblein

Die Vielfalt der Gegenwartslyrik hat zwei Namen: Da ist zum einen die russischstämmige Schriftstellerin Olga Martynova, eine Grenzgängerin zwischen den Sprachen und Kulturen, über die die „Neue Zürcher Zeitung“ bemerkte, ihre Gedichte überraschten „durch die Frische der Bilder und Rhythmen“. Und zum anderen Paulus Böhmer, der mit seinen epischen Großgedichten zu den eigen- willigsten Lyrikern des Landes gehört und über dessen zuletzt erschienenes Opus „Zum Wasser will alles Wasser will weg“ (Peter Engstler Verlag 2014) Böhmers Dichterkollege Jan Wagner schrieb, dass das Poem „hier selbst Strom ist mit zahlreichen Seitenarmen, mal zornig brausend, mal verblüffend zärtlich, hier mit erzählerischer Breite, dort mit lyrisch glitzernden Pools“. Ihr Aufeinandertreffen verspricht einen Abend, der die gängigen Vorstellungen über Gedichte und die Dichtkunst auf den Kopf stellt.

Paulus Böhmer
Der Lyriker und Maler Paulus Böhmer war viele Jahre Leiter des Hessischen Literaturbüros. Im April 2015 wurde er mit dem renommierten Peter-Huchel-Preis ausgezeichnet.

Olga Martynova
Olga Martynova emigrierte 1990 nach Deutschland und lebt heute in Frankfurt am Main. Sie gewann 2012 den Ingeborg-Bachmann- Wettbewerb.

Ruthard Stäblein
Ruthard Stäblein studierte in Berlin, Tübingen, Toulouse und an der Sorbonne in Paris. Er ist Literaturredakteur bei hr2- kultur.

Sa 20. Juni
Frankfurt am Main
Evangelische Akademie Frankfurt
Ort: Evangelische Akademie Frankfurt
Römerberg 9
60311 Frankfurt am Main

Eintritt: 10 / 8 Euro

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Die lange Nacht der Lyrik (Achtung: neuer Raum!)
Paulus Böhmer, Heinrich Detering, Gerhard Falkner, Uwe Kolbe, Christian Lehnert, Marion Poschmann, Friederike Scheffler, Silke Scheuermann und Clemens Setz

Musik: IEMA-Ensemble 2014/15 (Internationale Ensemble Modern Akademie)
Moderation:
Hans Jürgen Balmes, Alf Mentzer und Hubert Spiegel

Zum fulminanten Abschluss der Frankfurter Lyriktage lesen neun namhafte Dichterinnen und Dichter aus ihren Werken, begleitet von Musikerinnen und Musikern der Internationalen Ensemble Modern Akademie.

ACHTUNG: Aufgrund der hohen Nachfrage wird die Veranstaltung in die Evangelische Akademie Frankfurt verlegt (Evangelische Akademie Frankfurt, Römerberg 9, 60311 Frankfurt am Main). Gekaufte Tickets behalten ihre Gültigkeit.

Die Evangelische Akademie Frankfurt ist nicht barrierefrei.

Friederike Scheffler
Friederike Scheffler ist Mitbegründerin und Mitglied der Lyrikgruppe G13. Sie veröffentlicht in Zeitschriften und Anthologien, außerdem erschien 2014 ihr Gedichtband „der rest ist resonanz“ (Kookbooks).

Hans Jürgen Balmes
Hans Jürgen Balmes ist seit 1999 Programmleiter für internationale Literatur im S. Fischer Verlag und Mitherausgeber der „Neuen Rundschau“.

Paulus Böhmer
Der Lyriker und Maler Paulus Böhmer war viele Jahre Leiter des Hessischen Literaturbüros. Im April 2015 wurde er mit dem renommierten Peter-Huchel-Preis ausgezeichnet.

Heinrich Detering
Der Lyriker und Literaturwissenschaftler Heinrich Detering ist Professor für Neuere Deutsche Literatur und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Göttingen. Seit 2011 ist er zudem Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.

Gerhard Falkner
Gerhard Falkner ist Lyriker, Prosaautor, Dramatiker und Essayist. Zuletzt erschien 2014 der Gedichtband „Ignatien. Elegien am Rande des Nervenzusammenbruchs“ (starfruit publications) mit Filmstills von Yves Netzhammer.

Uwe Kolbe
Uwe Kolbe wurde u.a. mit dem Stipendium der Villa Massimo, dem Preis der Literaturhäuser und dem Lyrikpreis Meran ausgezeichnet. Im S. Fischer Verlag erschien jüngst der Gedichtband „Gegenreden“.

Christian Lehnert
Christian Lehnert leitet seit 2012 das Liturgiewissenschaftliche Institut der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands an der Universität Leipzig. Sein jüngster Gedichtband trägt den Titel „Windzüge“ (Suhrkamp 2015).

Marion Poschmann
Marion Poschmann lebt als freie Schriftstellerin in Berlin, sie schreibt Lyrik und Prosa. Ihr Gedichtband „Geistersehen“ (Suhrkamp 2010) wurde mit dem Peter-Huchel-Preis ausgezeichnet.

Clemens Setz
Clemens Setz lebt als Übersetzer und freier Schriftsteller in Graz, er schreibt Lyrik und Prosa. „Die Vogelstraußtrompete“ (Suhrkamp 2014) ist sein erster Gedichtband.

Silke Scheuermann
Silke Scheuermann lebt als freie Schriftstellerin in Offenbach am Main. Für ihre Gedichte, Erzählungen und Romane erhielt sie zahlreiche Stipendien und Preise. Im Wintersemester 2012 / 2013 hatte sie die Poetikdozentur in Wiesbaden inne.

Alf Mentzer
Alf Mentzer leitet die Literaturredaktion von hr2-kultur.

Hubert Spiegel
Hubert Spiegel ist Redakteur im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Usingen
Hugenottenkirche Usingen
Ort: Hugenottenkirche Usingen
Marktplatz 23
61250 Usingen

Eintritt: 8 / 6 Euro

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Ulrike Draesner
„zitternder körper, verpflanzungsgebiet“

Ihre Themen und Motive sind oft vielschichtig und komplex, die Sprache avanciert mit einem Hang zum Verwegenen. „Lust an Sprache hat eine Kehrseite“, schreibt Ulrike Draesner. „Endgültig aus Sprache herauszufallen, wäre unser Ende. Lust an Sprache entsteht, wenn auf diese Gefahr gespielt wird.“ Die Literaturkritik nennt ihre Gedichte daher zu Recht „poetische Textspiele“ und spricht von der Fortsetzung der literarischen Avantgarde. Doch ist Ulrike Draesners Lyrik alles andere als sperrig und verkopft, vielmehr zeichnet sie eine Unmittelbarkeit aus, die die Leserinnen und Leser staunend zurücklässt.

Ulrike Draesner
Ulrike Draesner ist promovierte Literaturwissenschaftlerin und lebt als freie Schriftstellerin in Berlin. Sie schreibt Lyrik, Prosa und Essays, zuletzt erschien 2014 der Gedichtband „Subsong“ (Luchterhand).

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